Bayerisch-Tschechisches Wirtschaftsfrühstück in Freyung
Wie die Zusammenarbeit in der Region gerade in Krisen helfen kann – darum ging es beim bayerisch-tschechischen Wirtschaftsfrühstück in Freyung, das die Europaregion Donau-Moldau in Kooperation mit dem Landkreis Freyung-Grafenau am Dienstag veranstaltet hatte. Weit über 100 Unternehmer aus Bayern und Tschechien folgten der Einladung, um sich in der GeYerei auszutauschen.
Zu Beginn wurden die Teilnehmer von Johannes Gastinger, Wirtschaftsreferent des Landkreises, und Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, begrüßt.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte, dass es die „Chancen des Grenzraumes“ zu nutzen gelte, wenn man in der Region eine stabile Zukunft ermöglichen wolle. Er hob außerdem die lange historische Zusammengehörigkeit hervor, die sich auch darin äußerte, dass man früher nur vom „Böhmerwald“ sprach und dabei beide Seiten der Grenze meinte.
Auch Landrat Sebastian Gruber freute sich, dass dieses Format eines Wirtschaftsfrühstücks bereits zum vierten Mal veranstaltet wurde und dabei erneut so großen Anklang fand. Netzwerktreffen wie diese bezeichnete er als den „Maschinenraum“ einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und verwies auf verschiedene Programme und Werkzeuge, die den Unternehmern diese Zusammenarbeit noch besser ermöglichen.
Darauf ging auch Stefan Block im Anschluss ein, der als stellvertretender Referatsleiter für „Europa und Messewesen“ beim Bayerischen Wirtschaftsministerium noch weitere Argumente für den grenzüberschreitenden Austausch aufzeigte. Auch wenn China und USA an sich sehr große Handelspartner für bayerische Unternehmen seien, so machten doch alle europäischen Länder zusammen weit mehr Anteil aus, als der Rest der Welt zusammen. „Tendenz steigend, weil sich immer mehr Unternehmen Alternativen zu den USA suchen“, so Block.
Ein Thema, das viele Unternehmer gleichermaßen beschäftigt, sind die unsicheren Zeiten aktuell, weshalb sich der Keynote-Vortrag diesmal auch genau darauf bezog. „Navigieren in Unsicherheit: Führung zwischen Verantwortung und Ungewissheit“ lautete der Titel des Hauptvortrags von Daniela Dihsmaier. Als systemischer Mentalcoach begleitet sie Unternehmer und verglich die derzeitige Lage mit dem Rennradsport. Wenn man beim Bergabfahren nur die Risiken sehe und stets bremsbereit sei, verliere man die notwendige Dynamik. Besser sei es, die Schwierigkeit von komplexen Problemstellungen anzuerkennen und sich auf das Ausweichen bei möglichen Hindernissen zu konzentrieren. Zu ihren drei Prinzipien gehören Selbstführung (das Achten auf sich selbst), Klarheit (indem man beispielsweise auch gegenüber Mitarbeitern Probleme kommuniziert) und das Austesten von neuen Wegen. „Daten zeigen uns nur die Vergangenheit, Führung heißt aber, nach vorne zu schauen.“ Und gerade im Grenzraum sehe sie in der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit einen Stabilitätsanker, der mit kurzen Wegen und einem gewachsenen Vertrauen für die Unternehmen ein großer Vorteil sein könne.
Auch beim gemütlichen Weißwurstfrühstück konnte man sich noch besser austauschen und vernetzen. Im Anschluss an den offiziellen Teil bestand die Möglichkeit, den neuen Aussichtsturm auf dem Geyersberg oder die Bayerische Landesausstellung gemeinsam zu besuchen.
Viele der Besucher werden sich spätestens am 13. Oktober 2026 wieder treffen, wenn in den Stadthallen Deggendorf der 7. Bayerisch-Tschechische Unternehmertag stattfindet. „Es gibt jedes Jahr neue interessierte Teilnehmer, aber auch viele Stammgäste, die unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und sie zum grenzüberschreitenden Netzwerken nutzen. Genauso soll es sein“, freute sich Jaroslava Pongratz sowohl über das gelungene Wirtschaftsfrühstück, als auch mit Blick auf den Unternehmertag im Herbst.
Bildunterschrift:
Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau (v.l.), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Referentin Daniela Dihsmaier, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, Johannes Gastinger, Wirtschaftsförderer LK Freyung-Grafenau, Kaspar Sammer, Geschäftsführer Euregio und Geschäftsführer Europaregion Donau-Moldau Niederbayern sowie Stefan Block, stv. Referatsleiter beim Bayerischen Wirtschaftsministerium.
Foto:
Stefan Behringer